Rückblick auf unsere Stocherkahnfahrt am 01.07.2026

Biblische Geschichten hautnah erleben

Das „Erzählzelt“ begeistert Kinder und Jugendliche in Rottenburg 

Rottenburg (ms). Ein besonderes Projekt lässt derzeit (bis 19. Juni) Kinder und Jugendliche tief in die Welt des Alten Testaments eintauchen: Das „Erzählzelt zieht nach einem erfolgreichen Start in Tübingen und Reutlingen nun auch in Rottenburg zahlreiche Gruppen in seinen Bann. In der besonderen Atmosphäre eines Nomadenzeltes, das aktuell im Garten des Priesterseminares steht, werden biblische Erzählungen lebendig und für die Teilnehmenden „erlebbar“ gemacht.

Die Ursprungsidee entstand während einer Fortbildung zum Thema Abraham, als eine Lehrerin den Wunsch äußerte, Geschichten dort zu erzählen, wo sie hingehören: in einem Zelt. Gemeinsam mit der katholischen Schuldekanin Angela Beck und der Tübinger Studienleiterin Gudrun Jauß wurde diese Idee realisiert. Das Zelt selbst, eine Leihgabe der katholischen Pfadfinder (St. Georg) aus Tübingen, dient dabei als geschützter Raum, der eine ganz eigene Dynamik entfaltet. „Die Kinder werden leiser, fahren runter und geraten ins Staunen“, beschreiben die Organisatoren die Wirkung der Zeltatmosphäre.

Das Angebot richtet sich an Kitas und Schulklassen aller Altersstufen. Sogar Siebtklässler zeigen großes Interesse an dem Projekt. Zur Auswahl stehen vier zentrale Geschichten aus dem Alten Testament: Abraham (Besuch und Ankündigung der Geburt Isaaks), Jakob (Traum von der Himmelsleiter), Ruth, David (Berufung). Der Besuch im Zelt umfasst jedoch mehr als reines Zuhören. Die Kinder singen gemeinsam, tauschen sich über die Geschichten und ihr eigenes Leben aus und basteln im Anschluss. Ein besonderes Element der Gastfreundschaft ist das Teilen von Fladenbrot, das den nomadischen Charakter der Erzählungen unterstreicht.

In Tübingen besuchten bereits 20 Gruppen mit rund 360 Kindern das Zelt. In Reutlingen ist das Interesse mit 26 angemeldeten Gruppen sogar noch höher. Und in Rottenburg werden 19 Gruppen erwartet. Besonders beeindruckend ist die Konzentration der jungen Besucher: Selbst große Gruppen von bis zu 40 Kindern hören über dreißig Minuten lang gebannt zu.

Aufgrund der überwältigend positiven Rückmeldungen von Lehrkräften und Erzieherinnen überlegen die Verantwortlichen bereits, das Projekt in Zukunft auch in anderen Gemeinden fortzusetzen.

Magdalena Smetana, Medienbeauftragte im Kirchenbezirk Tübingen in Zusammenarbeit mit Gudrun Jauß und Angela Beck